Bevölkerungsbefragung Ebikon

Sicher haben Sie inzwischen ein Schreiben der Gemeinde erhalten mit der Überschrift: Nehmen Sie aktiv Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde Ebikon!

Sie werden eingeladen, an einer Umfrage teilzunehmen. Im Brennpunkt dieser Befragung  sollen Ihre persönlichen Erwartungen und Wünsche an die zukünftige Entwicklung von Ebikon stehen sowie Ihre Einschätzung zur Abstimmung vom letzten Februar zur Überbauung „Weichle“.

Nach dem deutlichen Nein zum Bebauungsplan Qube mit seinem Hochhaus auf dem Gebiet des ehemaligen M-Parcs kündigte der Gemeinderat in Ebikon an, die Bevölkerung vertieft mittels einer Befragung abholen zu wollen mit dem Ziel, seine Ortsplanungsinstrumente für die Entwicklung von Ebikon im Sinne der Bevölkerung hinterfragen zu können.

Hätte man das gleiche Institut wie bereits 2013 beauftragt, wäre ein Vergleich von damals und jetzt und somit eine interessante Entwicklung über die Zeitachse möglich gewesen. Schade, hat man diese Chance nicht genutzt!

2013 wurde eine Stichprobe mittels computergestützter Telefoninterviews befragt, wobei dann auch ein kleiner Anteil Nichtstimmberechtigter erfasst wurde – auch diese sind Bewohner und könne Ihre Anliegen vorbringen, auch wenn Sie (leider) kein (zumindest) kommunales Stimmrecht besitzen.

Hier finden Sie die vollständige und aus meiner Einschätzung sehr gute Befragung von 2013 Ergebnisse Bevoelkerungsbefragung2013

Damals äusserten ca 2/3 der Befragten, dass sie genügend Mitsprache bei politischen Entscheiden hätten und ca 2/3 meinten, dass Sie mit der seit 2008 (!) eingeführten Urnenabstimmung zufrieden seien. Aber immerhin ca 1/3 der Bevölkerung gab mangelndes Vertrauen in den Gemeinderat an – Gründe waren: Fehlende Kommunikation, nicht eingehaltene oder ignorierte Versprechen, „Bürger zählen nichts“. Das Drittel, das ein ungenügendes Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen angegeben hatte, nannte zu dessen Verbesserung an erster Stelle die Gemeindeversammlung, dann den Einwohnerrat. 17 % der Bevölkerung würden die Einführung eines Einwohnerrates befürworten.

In einer Abstimmung im Jahr 2014 sagte Ebikon klar Nein zur Einführung eines Einwohnerrates, und nicht zum ersten Mal:

Einwohnerrat_nein_Ebikon_MM_20141130

Gestützt auf das Abstimmungsresultat kündigte der Gemeinderat an, das bestehende Urnenverfahren mit gestärkten Kommissionen weiter zu verbessern, um die Bedürfnisse der Bevölkerung sowie der Ortsparteien zu berücksichtigen. „Konkret planen wir die Einführung einer zusätzlichen Kommission für Gesellschaftsfragen und die Stärkung der bestehenden Kommissionen, indem die Gemeinderäte keinen Vorsitz in den Kommissionen innehaben, sondern beratend mitwirken. Auch die Mitgliederzahl der Kommissionen wird voraussichtlich auf neun Personen reduziert“, sagte Gemeindepräsident Daniel Gasser.

Nun ist genügend Zeit vergangen, und leider ist das Kommissionsmodell definitiv gescheitert, wie alle Ortsparteien kürzlich in den Medien mitteilten.

Sie planen nun erneut eine Initiative zur Prüfung der Einführung eines Einwohnerrates. Dies aktuelle Geschehen  hat wohl dazu geführt, kurzfristig noch einige entsprechende Fragen einzuarbeiten, wie z. B. die nach der Führungsstruktur oder dem Führungsmodell. Dies mag nachvollziehbar sein, führt aber wohl nicht zu Antworten, welches Ebikon die Gemeinde denn will.

Hier zur aktuellen Befragung, ohne Gewähr meinerseits für Vollständigkeit und Richtigkeit, nur zur Orientierung: Umfrage2019

Mit einer Frage, noch dazu anonym gestellt, erfährt man im besten Fall einen kleinen Teil. Mit ein paar Fragen mehr schon etwas mehr. Sinnvoll wäre es gewesen, den Fragebogen von 2013 – selbstverständlich aktualisiert, wo es sein muss – nochmals zu verwenden, weil er viel differenzierter ist und man somit eine Veränderung hätte abbilden können.

Aber einseitige Fragen ersetzen nie den Dialog!

Bereits 2013 wurden ja die Punkte genannt, die zu verbessern wären: mangelndes Vertrauen in den Gemeinderat an – Gründe waren: Fehlende Kommunikation, nicht eingehaltene oder ignorierte Versprechen, „Bürger zählen nichts“. Ungenügendes Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen. Als Verbesserungsvorschläge waren genannt worden: Gemeindeversammlung, Einwohnerrat.

Es geht bei beiden Vorschlägen darum, sich „von Mensch zu Mensch“ direkt zu treffen. Sich zusammenzusetzen, um sich auseinanderzusetzen. Zu debattieren, zu diskutieren, offen und fair. Demokratie in ursprünglicher Form zu leben. Darin liegt eine grosse Chane für uns alle!

 

 

 

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