Blumenwiese Risch

Eine Blumenwiese auf dem ehemaligen Do-it-Areal auf dem Risch wurde uns Ebikonern versprochen :

Kurz nachdem diese Fläche gestaltet worden war, Ende Mai 2021, sah sie so aus:

Man fragt sich, was da wohl geschehen war? Die gesamte Fläche wurde mit einer Schotterschüttung versehen, vielleicht Wasserbausteine, wie sie für den Wasser- und Mauerbau verwendet werden? Sehr grobes Material, auf dem etwas Grünes keimt. Man fragt sich schon, ob es nicht andere Lösungen gegeben hätte, da ein Teil der Fläche gar nicht gross hätte bearbeitet werden müssen, da schon sog. Ruderalflächen vorhanden waren:

Was genau konnte ich auch in mehreren Anläufen nicht in Erfahrung bringen: der Naturschutzbeauftragte weiss nichts, der Werkdienst hat damit nichts zu tun, sondern – das war die einzige bisher verwertbare Information der Bauabteilung – die Saatgutmischung sei von Birrer Gartenbau und Baugeschäft GmbH von Ebikon und sei auch von ihm ausgesät worden.

Wenn man wirklich die Biodiversität fördern will, wie das im Rontalerbericht heisst, braucht es Fachwissen, um standortgerechte und artenreiche Saatgutmischungen auszuwählen. Sollte dies hier nicht der Fall sein, hätten wir ein sehr negatives Beispiel dafür, wie die Gemeinde selbst eine riesige Schotterfläche neu anlegt, wo sich Staub, Schmutz, Müll und Zigarettenkippen, im schlimmsten Fall noch mehr Neophyten (unser Verein Äbike grünt engagiert sich stark bei deren Bekämpfung, z. B. an der Ron in nächster Nähe!) und Baumsämlinge einfinden werden. Möglicherweise wären einzelne Stauden, Gräser, Kleinsträucher, die sich in kiesig-steinigen Flächen wohlfühlen, wesentlich geeigneter gewesen. Und in ein paar Jahren – es handelt sich ja um eine Zwischennutzung – ist die Entsorgung dieser Schottermassen auch nicht ganz billig….

Nun, mit der Biodiversität wird es daher wohl nicht viel werden. Aber wie ist das mit der Begegnungszone? Ballspielen, als Liegefläche nutzen? Wohl kaum. Die Fläche wird von einem Weg mit einem Abzweig durchzogen, an dem sich drei Bänke befinden. Immerhin sind diese von Sträuchern umgeben, sonst gäbe es keinen Schattenspender, und dies auf Anregung des Naturschutzbeauftragten. Mehr gibt es nicht. Keinen einzigen Baum.

Allerdings befindet sich als Ersatz für das abgerissene Do-it-yourself-Gebäude eine Halle, die von den Fastnächtlern für ihren Wagenbau benutzt wird, und davor eine grosse asphaltierte und somit versiegelte Fläche. Der übergrosse Fez der Rotseehusaren hat dort auch seinen Platz gefunden:

Begegnungsmöglichkeiten hätte man wohl schaffen können, z. B. mit einer Fläche, auf der im Sommer eine temporäre Buvette aufgebaut worden wäre, oder ein kleiner einfacher überdachter Platz für Auftritte von lokalen Musikern, so wie das ringsum in Luzern und Agglo inzwischen fast schon üblich ist.

Leider wurde aber die Bevölkerung gar nicht nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gefragt, nicht einmal der benachbarte Quartierverein Sonnhalde/Halten. Mir kam zu Ohren, dass die Kommission für Gesellschaftsfragen für Vorschläge auf dieser Fläche gefragt wurde, aber „es dürfe nichts kosten“

Wie es anders gehen könnte, zeigt sich in Zürich, wo gilt: Durch die Zwischennutzungen kann sie in direkten Dialog mit der Bevölkerung treten und deren Bedürfnisse abholen. Zwischennutzungen erlauben den Kontakt zur Natur und naturnahem Anbau, bieten Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie Begegnungen zwischen verschiedenen Altersgruppen und Kulturen.: https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/gsz/planung-und-bau/zwischennutzungen.html

Sehr schade! Eine verpasste Chance, eine gemeindeeigene Grünfläche sinnvoll umzugestalten. Zu hoffen ist, dass dies bei der Gestaltung des „Schmiedhofparks“ besser gelingen wird.