Deponie Stuben

Vermutlich sind nur wenige Ebikoner begeistert, wenn auf ihrem Gebiet eine Deponie in Betrieb genommen werden soll. Trotzdem sollte man sich grundsätzlich mit einer Sache vertieft auseinandersetzen, bevor man nur einige Gesichtspunkte losgelöst aus dem Zusammenhang herausgreift und damit in Leserbriefen versucht, Stimmung zu machen. Die Leserbriefschreiber im heutigen Rontaler scheinen sich nach dem St. Florians Prinzip zu richten: Obwohl der Erdaushub (und es handelt sich nur um unverschmutztes! Aushub- und Abbruchmaterial) aus einem kleinen Gebiet in der direkten Nachbarschaft von Ebikon stammt, wohlgemerkt aus Bautätigkeit, soll hier im Bereich Stuben keine Deponie entstehen, sondern die Lastwagen sollen lieber längere Strecken fahren und ihre Ladungen woanders abkippen! „Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus, zünd’ and’re an!“ Das widerspricht dem Nachhaltigkeitsprinzip.

Der Gemeinderat berichtet im heutigen Rontaler ausführlich darüber: https://www.rontaler.ch/rontal/ebikon-aktuell-offizielle-gemeindenachrichten/dank-der-deponie-stuben-wird-die-bodenqualitaet-besser/

Es gibt Ortsparteien, die sich ebenfalls in der heutigen Ausgabe des Rontalers äussern und nach Abwägen von Vor- und Nachteilen die Stellungnahme ihrer Partei abgeben. Diese Möglichkeit stand allen Ortsparteien offen, ebenso die Möglichkeit, sich in den letzten Wochen mit Experten zum Deponieprojekt auszutauschen und Fragen zu stellen. Es würde die Parteienlandschaft beleben, wenn sich alle Ortsparteien zu so einem Projekt äussern würden und ihre Stellungnahme begründen würden. Die erschwerte Meinungsbildung würde also auch verbessert durch vermehrtes Engagement der Parteien. Übrigens: Ähnliche Vorwürfe zu mangelhafter Information gab es bereits 2018 – die öffentlichen Antworten des Gemeinderates hier:

Wer sich vor Ort im Gebiet Stuben selbst ein Bild machen will, der findet dort schon seit Jahren ein Baugespann vor und Hinweistafeln, die auf zusätzliche Informationen im Internet verweisen.

Tja, und einige Angaben in den Leserbriefen sind einfach pure Behauptungen und falsch: z. B. beträgt die Deponiedauer nicht 20 Jahre, sondern 6-8 Jahre und in dieser Zeit werden, wo nur immer möglich, parallel schon wieder Aufwertungsmassnahmen für die Natur umgesetzt. Die Deponiebetreiberin hat auf eigene Kosten, und obwohl sie nicht dazu verpflichtet wäre, einen Umweltverträglichkeitsbericht erstellen lassen, der allen Ortsparteien zugestellt wurde:

Was was den Import von Deponiematerial aus Nachbarkantonen betrifft: „Projekt KAZe: Die Abfallverordnung VVEA verlangt bei der Abfallplanung eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit der Kantone.“ Weitere aktuelle Informationen dazu finden sich hier:

In diesem Bericht wird dargelegt (Seit 7), dass im Bereich Aushub- und Ausbruchmaterial in fünf Bereichen Handlungsbedarf besteht (gelb markiert), da die entsprechenden Ziele nicht oder ungenügend erzielt wurden:

Zusammengefasst gesagt: obwohl ich von meiner politischen Gesinnung eindeutig „grün“ bin, werde ich ein JA für das Deponie-Projekt einlegen. Mir ist wichtig, etwas vertieft und differenziert anzuschauen und dann zu urteilen. Eine einfache Rechnung *Grüne sind grundsätzlich gegen jede Deponie“ stimmt für mich nicht.

Mir ist aber wichtig, dass wir alle uns für die vom Kanton in seinem Bericht „Abfallplanung“ vorgeschlagenen Massnahmen einsetzen: Der Kanton Luzern will deshalb die aktuelle Entwicklung von der Entsorgungswirtschaft zu einer nachhaltigen Ressourcen- und Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben und fördern. Da stimme ich dem Regierungsrat Fabian Peter zu: Damit auch kommende Generationen von natürlichen Rohstoffen profitieren können, ist ein schonender, nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen zentral.