Die Gemeinde ist nun gefragt…

Vision «Ebikon lebt» Zeitnah in einem 1. Schritt den Verkehr durch Ebikon in einen 280 m langen Tunnel verlegen und damit Ruhe und Raum für alle schaffen. Dadurch den Jungen Zeit geben, um ohne Druck die Zukunft zu gestalten für einen echten Dorfkern von der Pfarrkirche bis zum «Löwen»

Die vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vom Juli 2019 stellt fest, dass eine Überdachung technisch machbar sei, die Gesamtbeurteilung fällt durchzogen aus.

Inzwischen liegt seit Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht mit Stellungnahmen unterschiedlicher Dienststellen und Gremien vor. Diese kommen zu ähnlichen Schlüssen und beurteilen das Vorhaben insgesamt kritisch bis ablehnend: die Überdachung der Kantonsstrasse K17 soll nicht weiterverfolgt werden. Aus den Stellungnahmen geht aber klar hervor, dass die heutige Situation verbesserungswürdig und das vom Kanton vorgeschlagene Projekt zur Sanierung der K17 bezüglich Aufenthaltsqualität und Fusswegsicherheit ungenügend ist. Wir empfehlen der Gemeinde Ebikon daher, für die anstehende Sanierung der K17die Initiative zu ergreifen und eine Planung, welche die Strasse inklusive der angrenzenden Trottoirs, Vorplätze und Erschliessungsflächen mit einbezieht, in Gang zu setzen. Diese Planung hat sich an den Zielen des Gesamtverkehrskonzepts Luzern Ost und am Masterplan Ebikon zu orientieren. Die Planung wäre im Austausch mit der Dienststelle vif zu erarbeiten. Die Randbedingungen und Gewichtung der Ziele der Dienststelle vif, beispielsweise bezüglich «Nicht-Machbarkeit» einer Spurreduktion, sind dabei aus fachlicher und politischer Ebene kritisch zu hinterfragen. (siehe verkehrliche Analyse vom Juni 2018 AKP)

Um welche Varianten geht es?

Ebikon lebt Aufwertung des Zentrums durch Überdachung der Zentralstrasse im Abschnitt Schlösslistrasse bis Knoten Sonne. Projektidee privater Initianten. Länge ca. 250m, Bauwerksbreite ca. 21m. Erstellungskosten ca. CHF 25Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich zwischen CHF 30’000 -70’000. Der freiwerdende Bereich der Zentralstrasse wird zu einer Begegnungszone aufgewertet. (Hochbauten entlang der Tunnelwand und auf dem Tunnel sollen das Ortszentrum stärken und den Tunnel finanzieren. Inzwischen zurückgezogen bzw. erst im 2. Schritt umsetzbar)

Masterplan Originalidee Umgestaltung der Zentralstrasse zu einem Stadtboulevard durch Reduktion der Fahrstreifen von vier auf zwei und Akzentuierung der Freiräume im Zentrum, vom Gemeinderat Ebikon 2015 verabschiedet. Abschnittslänge ca. 400m. Erstellungskosten:CHF 3 Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich rund CHF 12’000. Die so gewonnenen Flächen werden für eine attraktivere Strassenraumgestaltung (Aufwertung Vorzone Ladengasse) und für Verbesserungen beim Fuss- und Veloverkehr eingesetzt. Der Moränenhügel soll als prägender Freiraum gestärkt werden (Moränenpark, Aufhebung Parkplatzeinschnitt).

Projekt K17 Kantonales Bauprojekt. Realisierung beidseitiger Velostreifen und Einrichtung von Infrastruktur für den Busbetrieb. Erstellungskosten CHF 2.1Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich rund CHF 14’000. Der Strassenraum der Zentralstrasse wird nur geringfügig verändert. Aus Kapazitätsgründen basiert die Verkehrsführung weiterhin auf vier Fahrstreifen. Das Projekt beschränkt sich auf die Gestaltung der verkehrlichen Anlagen. Die Gestaltung der angrenzenden Räume ist Sache der Gemeinde bzw. der Privateigentümern.

Im Rahmen des Vorprojekts wurde auch die zweistreifige Führung der Zentralstrasse (wie im Masterplan vorgesehen) überprüft. Die verkehrliche Analyse der Firma AKP vom Juni 2018 (mit Verkehrsflusssimulationen) zeigte, dass die mit der Fahrstreifenreduktion verbundene Leistungseinbusse der Zentralstrasse zu nicht tragbaren Qualitätseinbussen führen würde (grosse Rückstaus, Beeinträchtigung angrenzender Netzelemente, Beeinträchtigung ÖV). Deshalb baut die weitere Planung des Kantons weiterhinauf vier MIV-Fahrstreifen auf. Hinzukommen beidseitige Velostreifen, die jedoch zwischen dem Knoten Sonne und dem Knoten Hofmatt aufgrund von verschiedenen Engstellen unterbrochen werden müssen.

Weitere Kritikpunkte: Im technischen Bericht wird von einer Projektierungsgeschwindigkeit von 50 km/h ausgegangen, eine Variante mit 30 km/h wird nicht aufgezeigt. Die Verkehrskapazität soll massiv gesteigert werden um ca 61 % von heute 17.200 Fahrzeugen auf 27700 Fahrzeuge (ohne Projekt Bypass). Trotzdem seien keine weiteren lärmtechnischen oder lärmrechtlichen Massnahmen zu treffen. Weggelassen wurde das Thema Luftreinhaltung. Beim technischen Bericht ist ein neuer Deckbelag erwähnt, der bezüglich Lärm nur gering besser ist als der alte. Ein sogenannter Flüsterbelag ist nicht vorgesehen.

Die kilometerlange Kantonsstrasse wird durch eine Überdachung von 250 m ihre Probleme nicht los: hohes Verkehrsaufkommen, Lärm, Luftverschmutzung, Trennwirkung. Die Querung der Strasse wird nicht erleichtert. Die Bushaltestelle direkt am Tunnelportal kann zusätzlichen Stau schaffen (Haltestelle Ladengasse an durchschnittlichem Werktag: über 1300 Ein-und Aussteigevorgänge) und vermehrten Lärm («Trompeteneffekt»). Was passiert bei einem Unfall/einer Panne im Tunnel?

Wie kann so eine attraktive Flanierzeile entstehen: lichter Raum von Fassade zu Fassade nur 12 m, wenig Besonnung, Bäume, Bänke, Kurzzeitparkplätze, Auto- und Langsamverkehr, ohne Hochbauten keine Erdgeschosse für die gewünschten Läden, Cafés etc. Wie soll ein älterer/ gehbehinderter Mensch von dort zum neu geschaffenen Aussenraum auf der Überdachung gelangen? Wie sollen wir eine Fläche von 6,5 m x 250 m (5250 qm) auf der Überdachung nutzen, die weiterhin inmitten von Lärm und Abgasen liegt?

Für mich ist genügend fachlich geklärt und die Antwort eindeutig: die Überdachung der K 17 soll nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen ist nun die Gemeinde aufgefordert, die Initiative zu ergreifen und eine eigene Planung in Gang zu setzen!