Energiestadt

Aktuell teilt die Gemeinde Ebikon stolz mit, dass Sie erneut für ihr Engagement in den Bereichen Energie und Klimaschutz ausgezeichnet worden sei. Um eine Energiestadt zu bleiben, hat Ebikon in den letzten Jahren zahlreiche Projekte angestossen. Hier geht es zur Medienmitteilung: https://www.ebikon.ch/storage/b92eef67599018d750125c91e720980e93d85058103d07e7dbed948576321ce0

Wenn man das genauer anschaut, im zeitlichen Verlauf und im Vergleich mit anderen Gemeinden, so ist das nicht so herausragend und es bleibt noch viel Luft nach oben:

Am 1. Januar 2019 trat das neue Energiegesetz des Kantons Luzern (KEnG) mit angepasster Energieverordnung (KEnV) in Kraft. Aufgrund dieser Grundlage haben die Gemeinden eine kommunale Energieplanung zu erstellen. Die Verordnung präzisiert, dass die Gemeinden einen auf die Verhältnisse der Gemeinde abgestimmten Energiestadt-Prozess oder ein vergleichbares Verfahren durchführen und allfällige Massnahmen prüfen.

Eine kommunale Energieplanung gibt es in Horw seit 2013, in der Stadt Luzern seit 2015, in Emmen seit 2016 – in Kriens und Ebikon ist sie in Arbeit.

2019 wurde eine Stadtklimaanalyse durchgeführt, 2021 das Projekt Klimaresiliente Agglomeration Luzern. Gebiete mit besonderer Hitzebelastung (Hitzeinseln) wurden identifiziert, wenig verwunderlich in erster Linie die stark versiegelte und wenig begrünte Kantonsstrasse. Wann werden aber die detailliert beschriebenen Massnahmen gegen Hitze umgesetzt werden? Die im geplanten Bau- und Zonenreglement neu eingefügten Artikel im Bereich Siedlungsökologie sind zu begrüssen, aber teils auch zu ungenau und unverbindlich und werden auch erst in ein paar Jahren für neue Projekte verbindlich sein. Manche Gesichtspunkte fehlen ganz, trotz entsprechender Empfehlung der Fachbehörden: was nützt der Ausbau des Fernwärmenetzes, wenn keine entsprechende Anschlusspflicht vorgesehen ist? Warum werden nicht durchgängige Grünachsen und Grünzonen geplant und gesichert? Und weiteres mehr.

Der Anteil fossiler Energie nahm von 71 % im Jahr 2015 auf 67 % (=kantonaler Durchschnittswert) ab, eine starke Abnahme? Der Wärmepumpenanteil stieg von 2 % (2015) auf 6 % (2020) bei einem kantonalen Durchschnittswert von 13 %. – ein starker Anstieg? Und der Fernwärmeanteil beträgt trotz Netzausbau aktuell (2020) nur 2%. Da ist noch viel Luft nach oben.