fast food restaurant in ebikon

Wie im Rontaler berichtet wurde, soll der Hühnchen-Riese KFC nach Ebikon kommen: https://www.rontaler.ch/rontal/ebikon/kfc-kommt-nach-ebikon/

Dazu gibt es aus meiner Sicht mehrere kritische Bemerkungen.

Erstaunlich, dass Migros hier ihr Engagement für Nachhaltigkeit Bord wirft, Kentucky Fried Chicken (KFC) ist ein auf Geflügel spezialisiertes US-amerikanisches Fast-FoodFranchiseSystemgastronomie-Unternehmen, das zu Yum! Brands gehört. Mit über 20.000 Restaurants gehört es zu den weltweit größten Restaurantketten. Im Gegensatz zu Burger-basierten Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King besteht die Speisekarte bei Kentucky Fried Chicken vorrangig aus frittiertem Hähnchenfleisch, insbesondere panierten Hähnchenteilen. Das Pouletfleisch für KFC Schweiz wird zu einem großen Teil aus Holland importiert. Kritiker warfen Zulieferfirmen von KFC Verstöße gegen Tierschutz– und Umweltschutzbestimmungen vor.

Es gibt bei diesem Bauprojekt aber noch andere Punkte, insbesondere in Bezug auf den Strassenverkehr, die sich negativ auswirken können. Da ich nicht einspracheberechtigt bin, habe ich als Privatperson eine Stellungnahme eingereicht:

In der öffentlichen Planauflage heisst es: Betroffen ist der Bebauungsplan Weichlen vom 11.04.1994, ich finde bei www.ebikon.ch nur den Bebauungsplan Weichlen vom März 2018. Dort gab es immerhin die Auflage für ein Mobilitätskonzept: mit welchen Massnahmen der induzierte Mehrverkehr mit den Strassenkapazitäten, dem ÖV und dem Langsamverkehr abgestimmt ist?

Zu- und Wegfahrt zum KFC erfolgt von der Bahnhofstrasse, gegenüber der Zufahrt zur Firma 1a Hunkeler (Lastwagen). Damit kein unnötiger Verkehr beim Bushub entsteht bei der Wegfahrt vom KFC sollte diese unbedingt signalisiert werden: links «Richtung Luzern» und rechts mit Weiterfahrt durch die Weichlenstrasse zum Kreisel Richtung «Dierikon». Mehrverkehr entsteht auch durch die Eröffnung von «Bike-World» im bisherigen M-Parc, Verkehrsführung ins Parkhaus wie früher schon beim M-Parc. Der Punkt mit der Zufahrt sei mit der Gemeinde besprochen. Mit welchem Ergebnis?

Velofahrer, die vom Bushub/Bahnhof (von der Kaspar-Kopp-Strasse) oder über die Unterführung am «Bahnhöfli» oder entlang der Bahnlinie vom «Schindler» kommen (beliebte «Veloroute», die durch Kunden von «Velo-Fischer» und in Kürze «Bike-World» noch mehr genutzt wird) müssen in Richtung Kantonsstrasse links einspuren, was mit Mehrverkehr zukünftig noch gefährlicher wird als bisher.

Fussgänger sind vermutlich in dieser Gegend nicht wirklich vorgesehen. Die Situation am und um den Bushub ist bereits riskant durch fehlende Fussgängerquerungen, hohe Bordsteinkanten, Unübersichtlichkeit und wird in Richtung KFC nicht besser: ein Trottoir der Bahnhofstrassse ist ständig zuparkiert mit Fahrzeugen einer Autogarage, das gegenüberliegende Trottoir ist sehr schmal («Gegenverkehr», Rollator, Kinderwagen…), kurz vor Einmündung der Bahnhofstrasse in die Kantonsstrasse werden beidseits ! die Trottoirs von PW und LW durch die Firma 1a Hunkeler und künftig durch KFC überfahren, im letzteren Fall auch abends bis nach Mitternacht.

Zur «Luftqualität» an diesem Ort wurde nichts berichtet. Sicherlich ist diese nicht sehr gesund. Ist ein Besuch auf der Terrasse des KFC, direkt an der Kantonsstrasse, neben einem Parkplatz und mit ständig um das Haus im «Stopp-and-Go»-Betrieb fahrenden Autos (Besucher des Drive-Through) gesundheitlich vertretbar?

Extensive Dachbegrünung wurde erwähnt. Erfreulich! Über die Gestaltung des Aussenbereichs wurde nichts berichtet, Bäume sind eingezeichnet. Könnte man eine Auflage machen, diese in Rücksprache mit dem Naturschutzbeauftragten zu gestalten? Oder konkrete Bepflanzungen zu benennen? Somit könnte man wenigstens einen Teil des ständig sich verschlechternden Stadtklimas durch den Klimawandel kompensieren.

In der Zwischenzeit ist mit dem Fahrplanwechsel der provisorische Bushub beim Bahnhof Ebikon in Betrieb genommen worden. Es zeigt sich, dass der ganze Bereich ab Kreuzung Hofmatt bis zum Bushub/Bahnhofstrasse verkehrstechnisch in Bezug auf Platz und Stauraum ausgereizt und temporär überlastet ist. Bereits früher, im Masterplan, war als Entlastung dieser Situation angedacht, Busbewegungen auf eine zweite Kreuzung/Abzweiger aufzuteilen: Der Knoten Bahnhofstrasse / Oberdierikonerstrasse soll mittelfristig begradigt werden. Die Strassen werden an Stelle der Tankstelle zusammengeführt und als Verbindung wiederhergestellt; Orientierung, Fusswege und Verkehrsfluss werden vereinfacht und die Knotengrösse verringert. Eine solche Kreuzung würde es zulassen, den Busverkehr von Dierikon her vor dem Buchraintunnel über die Bahnhofstrasse zum Bushub zu führen. Haltestellen wären keine betroffen und der Stauraum vor dem Buchraintunnel würde entlastet. Wenn das hängige Baugesuch antragsgemäss bewilligt wird, ist der empfohlene Knoten mit Begradigung der Bahnhofstrasse nicht mehr möglich.

Ebenfalls im Masterplan war unter dem Punkt «Längsvernetzung» vorgesehen, eine Langsamverkehrs-Achse zu schaffen: «Im Norden wird das Stadtgebiet von den Gleisen begrenzt, und zwischen Gleisen und Kantonsstrasse werden Riedmatt- und Weichlenstrasse verbunden und die innere Langsamverkehrs-Achse bis zu Schindler verlängert» Mir ist nicht nachvollziehbar, ob und wie diese LV-achse entsprechend der Vorgaben des Masterplans erstellt werden soll, da inzwischen mehrere Bauten im Bereich der Achse erstellt wurden. Auf jeden Fall muss dem Langsamverkehr eine neue, alternative Achse zwischen Kantonsstrasse und Gleisen angeboten werden, da die Situation heute schon prekär ist und sich durch das geplante KFC-Bauvorhaben in der vorgesehenen Form weiter verschärfen würde.

Am 07.01.2021 rief mich völlig überraschend nach der Gemeinderatssitzung Gemeinderat Hans Peter Bienz an und teilte mir mit, ich sei «zu schnell gewesen mit meiner Stellungnahme», da es sich im Moment nur um ein «formale Prüfung des Baugesuchs» handle. Die gleiche Antwort hat anscheinend auch Daniel Gasser Sandor Horvath gegeben aufgrund der Stellungnahme der GLP. Da ich natürlich keine Expertin für Baurecht bin, habe ich nach diesem Telefonat ein wenig nachgefragt bei Leuten, die sich da besser auskennen. Ich war dann noch mehr verwirrt und habe daher am 13.01.2021 eine Mail an GR Bienz, mit CC an Gemeindepräsident Daniel Gasser geschrieben, mir doch bitte eine Antwort zukommen zu lassen: „Wenn ich also zu früh war mit meiner Stellungnahme, ob er mich dann bitte orientieren könne, wann es allenfalls zu einer erneuten Planauflage kommt, damit ich dann zum richtigen Zeitpunkt reagieren könne?“ Am 26.01. schrieb mir dann GR Bienz, dass er mir nicht gesagt habe, dass ich „zu schnell“ war. Er habe sich bedankt und mir mitgeteilt, dass im Prozess zuerst die formelle Prüfung abgewartet werden müsse. Dem GR liege das Baugesuch, bzw. der Bauentscheid noch immer nicht offiziell vor. Ausserdem habe er mir mitgeteilt, dass das Gesuch zurzeit beim Kanton liege und sistiert wurde. Der GR sei von der Fachabteilung über das Baugesuch orientiert worden. Sie seien sich den von mir/ihnen aufgezeigten Punkten im Schreiben im Klaren und werden diese entsprechend im GR beraten. Die Frage ob und wann das Projekt erneut aufgelegt werde, könne er zum heutigen Zeitpunkt nicht beantworten. Ein neues Baugesuch werde jedoch veröffentlicht und sei für die Bevölkerung einsehbar.

Ebikon, 1. Dezember 2020 / BK-Nr. 2020-164 / hap
Öffentliche Auflage eines Baugesuches im ordentlichen Verfahren
Im Sinne von § 193 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) wird die öffentliche
Auflage des folgenden Baugesuches bekanntgegeben:
Gesuchstellerin und
Grundeigentümerin: Genossenschaft Migros Luzern, Industriestrasse 2, 6031 Ebikon
Bauvorhaben: Abbruch Rank Garage und Neubau KFC Restaurant
Ortsbezeichnung: Zugerstrasse 1, Gst.-Nr. 2735, GV-Nrn. 384 (Abbruch), 2905
(Neubau)
Einsprachen sind mit Begründung und Antrag während der gesetzlichen Auflagefrist von
20 Tagen, vom 3. Dezember 2020 bis 22. Dezember 2020
einzureichen. Die Planunterlagen liegen im Gemeindehaus, Riedmattstrasse 14, Ebikon,
während der ordentlichen Öffnungszeiten oder auf der Webseite
www.ebikon.ch/verwaltung/planung-bau/auflagen zur Einsichtnahme auf.