Sparvorschläge der SVP

Obwohl ich meine politische Heimat sicher nicht bei der SVP habe, überrascht mich die Stellungnahme des Gemeinderates zu den Sparvorschlägen doch an einigen Stellen: Er sieht bei diesen kein bis sehr wenig Sparpotential.

Die SVP hatte u.a. den Friedhof erwähnt, dessen sinnvolle Sanierung in der 1. und 2. Etappe in den Vorjahren abgeschlossen worden war. Die Baukosten einer geplanten 3. Etappe für Themengräber (Baumbestattungen, Alpinum) werden mit 1,5 Millionen angegeben. Die SVP hatte darin ein Sparpotential von mindestens einem Drittel gesehen. Der Gemeinderat wolle aber am Projekt festhalten, weil «ein grosses Interesse» an Themengräbern bestehe. Ein so hoher Betrag wird also als «Tropfen auf den heissen Stein» bezeichnet?

Der Vorschlag, Entschädigungen für Gemeinderäte für deren Einsitz in externe Führungsgremien in die Gemeindekasse fliessen zu lassen wurde relativiert und hätten «keinen nennenswerten Einfluss» auf die Gemeinderechnung. Vielleicht wäre ein Schritt in diese Richtung aber von manchen Ebikonern als sympathische und vertrauensfördernde Geste aufgenommen worden?

Und immer wieder weist der Gemeinderat darauf hin, dass die Verwaltungskosten pro Einwohnerin und Einwohner in Ebikon 30 Prozent unter dem Durchschnitt lägen. Sie gehörten also zu den niedrigsten im Kanton Luzern. Dazu gibt LUSTAT Auskunft:

Im Jahr 2022 betrug demnach die Pro-Kopf-Nettobelastung im Kanton Luzern für die Funktion „Allgemeine Verwaltung“ (betrifft SVP-Vorschlag Stellenprozente) durchschnittlich 153 Franken. Im Vergleich dazu liegt Ebikon mit 105 Franken tatsächlich etwa 30 % niedriger. Sieht man differenzierter hin https://www.lustat.ch/daten/gemeindeprofile und schaut sich nur die aus meiner Sicht vergleichbaren 5 grössten Gemeinden K5 an ( ohne die Stadt Luzern ), sieht es so aus: Kriens und Emmen gaben in Franken bezogen auf den kantonalen Durchschnittswert noch deutlich weniger aus als Ebikon. Bei der Angabe als Prozent-Anteil von der jeweiligen gesamten Pro-Kopf-Nettobelastung („ganzer Kuchen“) sind die Prozentzahlen („Kuchenstücke“) vergleichbar gross (3,3% / 3,9% / 3,2 %) mit Ausnahme von Emmen (1,1%)

Ebikon 105 Franken (3,3% der Gesamt-Pro-Kopf-Nettobelastung) im Vergleich zu 153 Franken im kant. Durchschnitt: 30 % weniger

Horw 164 Franken (3,9% der Gesamt-Pro-Kopf-Nettobelastung ), im Vergleich zu 153 Franken im kant. Durchschnitt: 7.2 % mehr

Kriens 107 Franken (3,2% der Gesamt-Pro-Kopf-Nettobelastung) im Vergleich zu 153 Franken im kant. Durchschnitt: 46 % weniger

Emmen 39 Franken (1,1% der Gesamt-Pro-Kopf-Nettobelastung ) im Vergleich zu 153 Franken im kant. Durchschnitt: 75 % weniger

Im Detail nachzulesen unter: https://www.lustat.ch/daten/gemeindeprofile

Hier beispielsweise die Daten der Pro Kopf Nettobelastung nach Funktion 2022 für Ebikon als „Kuchendarstellung“ (auf der LUSTAT-Seite werden absolute und relative Werte der „Kuchenstücke“ angegeben)

Informative Links:

Zum Bericht der LZ: https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/stadt-region-luzern/budget-svp-will-ebikon-das-sparen-lehren-finanzvorsteherin-winkt-ab-ld.2558769?mktcid=smsh&mktcval=E-mail

Zu LUSTAT:

https://www.lustat.ch/analysen/oeffentliche-finanzen/steuerfuesse-2022

https://www.lustat.ch/monitoring/finanzkennzahlen-gemeinden

https://www.lustat.ch/daten/gemeindeprofile