Personalfluktuation

Warum verlassen Mitarbeiter die öffentliche Verwaltung?

Im Anzeiger Luzern vom 19. Mai 2020 findet sich ein Bericht über die Personalfluktuation bei den K5-Gemeiden – das sind Luzern, Kriens, Emmen, Horw und Ebikon. Bruno Purtschert, CVP-Einwohnerrat in Kriens, hatte eine Interpellation betreffend Personalmanagement auf der Verwaltung eingegeben.

Wie zu erfahren ist, liegt die durchschnittliche Fluktuation in der öffentlichen Verwaltung bei 5,9 Prozent.

Kriens hatte im Jahr 2017 eine Fluktuationsrate von 4,47 Prozent, im Jahr 2018 von 9.09 Prozent und im Jahr 2019 von 8,57 Prozent.

In Emmen betrug die Fluktuationsrate in den beiden letzten Jahren durchschnittlich 8 Prozent.

Die Stadt Luzern hatte die letzten drei Jahre einen Durchschnitt von 6,33 Prozent, Horw von 6,31 Prozent.

Ebikon lag in den letzten drei Jahren jeweils über dem Durchschnitt, im Jahr 2018 bei 9,78 Prozent und im Jahr 2019 sogar bei 14,13 Prozent (bei den Zahlen sind die Pensionierungen nicht eingerechnet).

Wie kann dieser hohe Prozentsatz erklärt werden?

Zitiert wird im Bericht des Anzeigers Luzern Dina Dreussi, Leiterin Personaldienst bei der Gemeinde Ebikon: Zu jener Zeit habe in Ebikon ein tiefgreifender Wandel von einer klassischen Verwaltung hin zu einer dienstleistungsorientierten und kundenzentrierten Verwaltung eingesetzt. Wie jeder Änderungsprozess habe auch dieser dazu geführt, dass gewisse – insbesondere langjährige – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich entschieden hätten, die Gemeindeverwaltung zu verlassen. In zwei Abteilungen habe dies zu tiefgehenden Erneuerungen des Teams geführt. Dies erkläre die hohen Fluktuationszahlen. Die Ende 2019 durchgeführte Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage habe bestätigt, dass man den richtigen Weg eingeschlagen habe: die Ergebnisse der Umfrage hätten über sämtliche Abteilungen hinweg eine hohe Arbeitszufriedenheit und Motivation gezeigt.

Ich gehe davon aus, dass mit dem tiefgreifenden Wandel in der Verwaltung der Wechsel vom bisherigen Gemeindeführungsmodell zum sogenannten CEO-Modell gemeint ist. Pia Maria Brugger Kalfidis hatte am 1. April 2016 die neu geschaffene Stelle als Geschäftsführerin angetreten, aber bereits Mitte Juni 2016 gekündigt aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit dem Gemeinderat. Hier ihre persönliche Stellungnahme:

Experten sagen: «Bis der CEO sattelfest ist und die Verwaltung führt, braucht es eine regelmässige Feinjustierung der Ziele aller Beteiligten. Diese wichtige Umsetzungsphase könne bis zu einem Jahr dauern»

Diese Zeit des Wandels, der Veränderung in der Vewaltung fand im Jahr 2016 statt. Ab Mitte 2017 ist Alex Mathis CEO von Ebikon. Für mich ist daher nicht nachvollziehbar, wie der Wechsel zum CEO-Modell sich noch so lange Zeit mit steigender Tendenz auf die Fluktuationsraten von 2017, 2018 und 2019 (14,13 Prozent!) auswirken soll? Im Jahr 2019 eine Fluktuationsrate von 14,13 Prozent und bei der Mitarbeiterbefragung Ende 2019 eine hohe Arbeitszufriedenheit? Das erklärt sich mir nicht genügend.