Überdachung Kantonsstrasse: gut überdacht?

Wie in Ebikon fehlt auch in Buchrain ein attraktives und lebendiges Dorfzentrum. Dies soll in mehreren Etappen realisiert werden. Der Weg dorthin ist vorbildlich und bezieht die Buchrainer aktiv von Anfang an in den Prozess mit ein, auch mit einer Bevölkerungsbefragung. Vorgesehen sind auch ein Architekturwettbewerb und eine Volksabstimmung bei einem bekannten Zeitplan – alles sehr gut dargestellt auf www.generationenprojektbuchrain.ch

Und bei uns in Ebikon? 2015 hat der Gemeinderat einen Masterplan verabschiedet. Im Mai 2016 stellt Architekt Huwiler eine private Studie vor. Ein Initiativkomitee reicht im März 2018 dessen Idee ein, zieht aber die Initiative im Oktober 2018 wieder zurück, weil der Gemeinderat eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt. Diese stellt fest, dass die Überdachung zwar technisch machbar sei, aber doch mit vielen Fragezeichen. Verschiedene Fachstellen und Gremien werden um ihre Stellungnahme gebeten, daraus wird im Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht erstellt: Insgesamt wird das Vorhaben kritisch bis ablehnend beurteilt. Aufgrund des Gesamtfazits wird dem Gemeinderat empfohlen, die Überdachung nicht weiter zu verfolgen, sondern selbst die Initiative für die weitere Planung zu ergreifen. Stattdessen holt er sich anlässlich einer Podiumsdiskussion im Oktober ein Stimmungsbarometer der Bevölkerung und bis Ende November Rückmeldungen von den politischen Parteien. Bis im Frühjahr 2021 wolle er auf Basis dieser Rückmeldungen darüber entscheiden, ob die Projektidee von Huwiler weiterverfolgt wird oder nicht.

Warum wählt Ebikon nicht einen Weg wie in Buchrain? Müssen wir, wie schon beim Kommissionenmodell, erst einen Sonderweg gehen, um dann nach Jahren festzustellen, dass es so nicht funktioniert?

Wessen Stimme zählt?

Auch in Buchrain fehlt ein attraktives und lebendiges Dorfzentrum. Die Zentrumsentwicklung in Buchrain soll in mehreren Etappen realisiert werden. Der Weg dorthin ist vorbildlich und bezieht die Bevölkerung von Anfang an aktiv in den Prozess mit ein, auch mit einer Bevölkerungsbefragung. Dazu gehören auch ein Architekturwettbewerb mit konkreten Vorschlägen für Gebäude und Gestaltung, eine Volksabstimmung und ein bekannter Zeitplan – alles sehr gut dargestellt auf /https://www.generationenprojektbuchrain.ch/

Und bei uns in Ebikon?

2015 hat der Gemeinderat einen Masterplan verabschiedet. Im Mai 2016 stellt Architekt Huwiler eine private Studie vor. Seine Idee reicht im März 2018 Initiativkomitee ein, zieht aber die Initiative im Oktober 2018 wieder zurück, weil der Gemeinderat eine entsprechende Machbarkeitsstudie einreicht. Diese stellt fest, dass die Überdachung technisch machbar sei, aber doch mit vielen Fragezeichen. Verschieden Fachstellen und Gremien werden um ihre Stellungnahme gebeten, daraus wird im Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht erstellt: Insgesamt wird das Vorhaben kritisch bis ablehnend beurteilt. Aufgrund des Gesamtfazits wird empfohlen, die Überdachung nicht weiter zu verfolgen – der Gemeinderat solle selbst die Initiative für die weitere Planung ergreifen.

Am 9.9.2020 startet der Gemeinderat eine öffentliche Mitwirkung. Ob damit die Podiumsdiskussion vom 13.10.2020 gemeint ist? Am Ende konnte jeder der angeblich ca 200 Teilnehmer (man wüsste die genaue Zahl, da jeder sich wegen Coronaschutzmassnahmen registrieren musste) sein Pro oder Kontra zum Projekt Überdachung mittels Stimmzettel abgeben. Obwohl die Gemeinde betont, dass dies keine repräsentative Abstimmung sei, verkündet sie «mit 51 % zu 49 % eine hauchdünne Mehrheit für die Kritiker. Tatsächlich waren es 89 NEIN und 85 JA, aber bei angenommenen 200 Teilnehmern auch 26 Ebikoner, die nicht abstimmten. Somit kommt man auf 44,5 % NEIN, 42,5 % JA und 13 % Enthaltung. Aber eben…nicht repräsentativ.

Warum geht man nicht vor wie in Buchrain? Das würde an dieser Stelle im Prozess bedeuten: Bevölkerungsbefragung. So hat man stattdessen viel Zeit und Geld in diese Podiumsdiskussion investiert. Ist man nun schlauer? Wie interpretiert man dieses «nichtrepräsentative Stimmungsbarometer»? Und die Bevölkerung: ist sie nun gut genug informiert über das Projekt Überdachung? Was hat sie von den anderen Varianten erfahren? Hat man überhaupt genügend Informationen erhalten, um Varianten vergleichen zu können? Für mich viele offene Fragen.

Hier die heutige Medienmitteilung der Gemeinde: https://www.ebikon.ch/verwaltung/aktuelles/news/rund-200-besucherinnen-und-besucher-am-podium-zur-ueberdachung-der-kantonsstrasse-im-zentrum-von-ebikon

Um was handelt es sich beim derzeitigen Vernehmlassungsprozess? Ich habe unterschiedliche Antworten erhalten: „Die Einladung zur politischen Vernehmlassung richtet sich vordergründig an die politischen Parteien in Ebikon“ – sagt Geschäftsführer Mathis, und so liest man es auch in der Medienmitteilung der Gemeinde. „Jeder Ebikoner ist aufgefordert, seine Meinung kund zu tun“ – sagte Gemeinderat Hans Peter Bienz in seinem Schlusswort nach der Podiumsdiskussion.

Nun denn, jeder kann und darf bis Ende November seine Meinung kundtun und die Antworten auf folgende Fragen an den Gemeinderat schicken:

Die Fragen sind:

1. Vor und Nachteile einer Überdachung.

2. Soll Idee Überdachung weiter verfolgt werden?

3. Wünsche und Bedürfnisse an ein Zentrum.

Podiumsdiskussion Tunnel Ebikon

https://youtu.be/ydAub3tPMbU

Hier findet sich der dazugehörige Bericht der Luzerner Zeitung vom 14.10.2020: https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/tunnel-in-ebikon-podiumsgespraech-zur-ueberdachung-der-kantonsstrasse-im-zenturm-ld.1267422

Hier der entsprechende Bericht von Zentralplus: https://www.zentralplus.ch/ebikoner-tunnelidee-im-zentrum-duerfte-es-schwer-haben-1916113/

Hier der Beitrag von Pilatus Today: https://www.pilatustoday.ch/videos/die-tunnelidee-kommt-nicht-ueberall-gut-an-139486809

Die Gemeinde ist nun gefragt…

Vision «Ebikon lebt» Zeitnah in einem 1. Schritt den Verkehr durch Ebikon in einen 280 m langen Tunnel verlegen und damit Ruhe und Raum für alle schaffen. Dadurch den Jungen Zeit geben, um ohne Druck die Zukunft zu gestalten für einen echten Dorfkern von der Pfarrkirche bis zum «Löwen»

Die vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vom Juli 2019 stellt fest, dass eine Überdachung technisch machbar sei, die Gesamtbeurteilung fällt durchzogen aus.

Inzwischen liegt seit Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht mit Stellungnahmen unterschiedlicher Dienststellen und Gremien vor. Diese kommen zu ähnlichen Schlüssen und beurteilen das Vorhaben insgesamt kritisch bis ablehnend: die Überdachung der Kantonsstrasse K17 soll nicht weiterverfolgt werden. Aus den Stellungnahmen geht aber klar hervor, dass die heutige Situation verbesserungswürdig und das vom Kanton vorgeschlagene Projekt zur Sanierung der K17 bezüglich Aufenthaltsqualität und Fusswegsicherheit ungenügend ist. Wir empfehlen der Gemeinde Ebikon daher, für die anstehende Sanierung der K17die Initiative zu ergreifen und eine Planung, welche die Strasse inklusive der angrenzenden Trottoirs, Vorplätze und Erschliessungsflächen mit einbezieht, in Gang zu setzen. Diese Planung hat sich an den Zielen des Gesamtverkehrskonzepts Luzern Ost und am Masterplan Ebikon zu orientieren. Die Planung wäre im Austausch mit der Dienststelle vif zu erarbeiten. Die Randbedingungen und Gewichtung der Ziele der Dienststelle vif, beispielsweise bezüglich «Nicht-Machbarkeit» einer Spurreduktion, sind dabei aus fachlicher und politischer Ebene kritisch zu hinterfragen. (siehe verkehrliche Analyse vom Juni 2018 AKP)

Um welche Varianten geht es?

Ebikon lebt Aufwertung des Zentrums durch Überdachung der Zentralstrasse im Abschnitt Schlösslistrasse bis Knoten Sonne. Projektidee privater Initianten. Länge ca. 250m, Bauwerksbreite ca. 21m. Erstellungskosten ca. CHF 25Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich zwischen CHF 30’000 -70’000. Der freiwerdende Bereich der Zentralstrasse wird zu einer Begegnungszone aufgewertet. (Hochbauten entlang der Tunnelwand und auf dem Tunnel sollen das Ortszentrum stärken und den Tunnel finanzieren. Inzwischen zurückgezogen bzw. erst im 2. Schritt umsetzbar)

Masterplan Originalidee Umgestaltung der Zentralstrasse zu einem Stadtboulevard durch Reduktion der Fahrstreifen von vier auf zwei und Akzentuierung der Freiräume im Zentrum, vom Gemeinderat Ebikon 2015 verabschiedet. Abschnittslänge ca. 400m. Erstellungskosten:CHF 3 Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich rund CHF 12’000. Die so gewonnenen Flächen werden für eine attraktivere Strassenraumgestaltung (Aufwertung Vorzone Ladengasse) und für Verbesserungen beim Fuss- und Veloverkehr eingesetzt. Der Moränenhügel soll als prägender Freiraum gestärkt werden (Moränenpark, Aufhebung Parkplatzeinschnitt).

Projekt K17 Kantonales Bauprojekt. Realisierung beidseitiger Velostreifen und Einrichtung von Infrastruktur für den Busbetrieb. Erstellungskosten CHF 2.1Mio. Betriebs-und Unterhaltskosten jährlich rund CHF 14’000. Der Strassenraum der Zentralstrasse wird nur geringfügig verändert. Aus Kapazitätsgründen basiert die Verkehrsführung weiterhin auf vier Fahrstreifen. Das Projekt beschränkt sich auf die Gestaltung der verkehrlichen Anlagen. Die Gestaltung der angrenzenden Räume ist Sache der Gemeinde bzw. der Privateigentümern.

Im Rahmen des Vorprojekts wurde auch die zweistreifige Führung der Zentralstrasse (wie im Masterplan vorgesehen) überprüft. Die verkehrliche Analyse der Firma AKP vom Juni 2018 (mit Verkehrsflusssimulationen) zeigte, dass die mit der Fahrstreifenreduktion verbundene Leistungseinbusse der Zentralstrasse zu nicht tragbaren Qualitätseinbussen führen würde (grosse Rückstaus, Beeinträchtigung angrenzender Netzelemente, Beeinträchtigung ÖV). Deshalb baut die weitere Planung des Kantons weiterhinauf vier MIV-Fahrstreifen auf. Hinzukommen beidseitige Velostreifen, die jedoch zwischen dem Knoten Sonne und dem Knoten Hofmatt aufgrund von verschiedenen Engstellen unterbrochen werden müssen.

Weitere Kritikpunkte: Im technischen Bericht wird von einer Projektierungsgeschwindigkeit von 50 km/h ausgegangen, eine Variante mit 30 km/h wird nicht aufgezeigt. Die Verkehrskapazität soll massiv gesteigert werden um ca 61 % von heute 17.200 Fahrzeugen auf 27700 Fahrzeuge (ohne Projekt Bypass). Trotzdem seien keine weiteren lärmtechnischen oder lärmrechtlichen Massnahmen zu treffen. Weggelassen wurde das Thema Luftreinhaltung. Beim technischen Bericht ist ein neuer Deckbelag erwähnt, der bezüglich Lärm nur gering besser ist als der alte. Ein sogenannter Flüsterbelag ist nicht vorgesehen.

Die kilometerlange Kantonsstrasse wird durch eine Überdachung von 250 m ihre Probleme nicht los: hohes Verkehrsaufkommen, Lärm, Luftverschmutzung, Trennwirkung. Die Querung der Strasse wird nicht erleichtert. Die Bushaltestelle direkt am Tunnelportal kann zusätzlichen Stau schaffen (Haltestelle Ladengasse an durchschnittlichem Werktag: über 1300 Ein-und Aussteigevorgänge) und vermehrten Lärm («Trompeteneffekt»). Was passiert bei einem Unfall/einer Panne im Tunnel?

Wie kann so eine attraktive Flanierzeile entstehen: lichter Raum von Fassade zu Fassade nur 12 m, wenig Besonnung, Bäume, Bänke, Kurzzeitparkplätze, Auto- und Langsamverkehr, ohne Hochbauten keine Erdgeschosse für die gewünschten Läden, Cafés etc. Wie soll ein älterer/ gehbehinderter Mensch von dort zum neu geschaffenen Aussenraum auf der Überdachung gelangen? Wie sollen wir eine Fläche von 6,5 m x 250 m (5250 qm) auf der Überdachung nutzen, die weiterhin inmitten von Lärm und Abgasen liegt?

Für mich ist genügend fachlich geklärt und die Antwort eindeutig: die Überdachung der K 17 soll nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen ist nun die Gemeinde aufgefordert, die Initiative zu ergreifen und eine eigene Planung in Gang zu setzen!

Kantonsstrasse Ebikon offen lassen!

Die Gemeinde Ebikon lädt ein zu einer moderierten Podiumsdiskussion ein. Im Anschluss hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen und Anliegen mit den Podiumsteilnehmern und dem Gemeinderat zu diskutieren, wie man hier lesen kann: https://www.ebikon.ch/verwaltung/aktuelles/news/eine-ueberdachte-kantonsstrasse-im-zentrum-von-ebikon-die-oeffentliche-mitwirkung-startet

Die Ebikoner Bevölkerung soll aktiv in den öffentlichen Diskurs miteinbezogen werden: Soll die Kantonsstrasse K17 im Zentrum von Ebikon überdacht werden oder nicht? In der Vergangenheit wurde bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt, zu der sich verschiedene Fachleute bereits geäussert haben: zusammengefasst sind deren Beurteilungen in einem Vernehmlassungsbericht.

Nun wurden die politischen Parteien, die Kirchgemeinde und der Gewerbeverein aufgefordert, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen: Die Ergebnisse aus den Diskussionen sollen in Form einer Vernehmlassung dokumentiert werden. Dabei sollen einerseits die Chancen und Vorteile und andererseits die Gefahren und Herausforderungen festgehalten werden. Und daraus abgeleitet folgt eine Empfehlung, ob die Projektidee einer Überdachung der K17 im Zentrum von Ebikon weiterverfolgt werden soll oder nicht. Die Vernehmlassung dauert bis Mitte November 2020. Übrigens hat jeder Schweizer das Recht, sich in jeder Vernehmlassung zu äussern, so auch in diesem Fall. Wer das will, der soll seine Stellungnahme an den Gemeinderat schicken.

Hier findest du das Hintergrundmaterial, um dir eine eigene Meinung zu bilden:

Hier geht’s zur Seite des Kantons betreffend Kantonsstrasse K 17: http://www.luzern-ost.ch/projekte/anpassung_und_erneuerung_kantonsstrasse_k17

Im Vernehmlassungsbericht findet sich am Ende ein gutes Hilfsmittel, um verschiedene Varianten miteinander vergleichen und die beste davon finden zu können: eine Entscheidungsmatrix. Bei wichtigen und wegweisenden Entscheidungen sollte man sich nicht nur auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern mit dem Kopf und nachvollziehbar entscheiden: In einer Tabelle kann man einerseits die verschiedenen Varianten aufführen, andererseits wichtige Beurteilungskriterien. Dann bewertet man jede Variante und vergibt Punktzahlen z.B. von 1-10 So kann man dann alle Punktzahlen einer Variante zusammenzählen und mit denen der anderen Varianten vergleichen und erhält einen „Sieger“. Hier das Beispiel aus der Präsentation des Vernehmlassungsberichtes:

Hier wurden keine Punktzahlen vergeben, sondern bewertet (jeweilige Farbe) mit sehr gut/gut/neutral/schlecht/sehr schlecht und No-Go (für nicht realisierbar). Aus meiner Sicht trifft die Entscheidungsmatrix trifft wie hier dargestellt nicht zu. Ganz wichtig wäre es daher, allen Ebikonern nachvollziehbar zu vermitteln, warum es zu den jeweiligen Bewertungen gekommen ist. Sicher wäre da noch viel Diskussionsbedarf!

Welche Varianten werden verglichen?

  • Der jetzige Zustand der Kantonsstrasse/der Ist-Zustand.
  • Der Masterplan von 2015 (ursprünglich entworfen mit nur 2 Fahrspuren und einer Busspur) Eine verkehrlichen Analyse der Firma AKP vom Juni 2018 ermittelte, dass eine solche Fahrstreifenreduktion nicht möglich sei:
  • Projekt K 17. Dazu einige Bemerkungen: Das Strassenprojekt für K17 lag vom 15. Mai – 3. Juni 2019 zur Vernehmlassung auf. Ende Juni 2019 hat der Gemeinderat Ebikon das vom Kanton vorgelegte Vorprojekt für die Gestaltung der Ortsdurchfahrt als nicht zu unterstützen beantwortet. Warum? Keine der durch die Gemeinde formulierten Wünsche, Anregungen und Ideen sind in die Planung des Vorprojekts eingeflossen. Einige wesentliche Punkte herausgegriffen: Es ist nicht nachvollziehbar, warum auf der Kantonsstrasse K 17 im Stadtgebiet nur je ein Fahrstreifen in jede Richtung und von der Stadtgrenze bis zum Knoten Schlösslistrasse je eine Fahrspur in jede Richtung mit einem zusätzlichen Mehrzweckstreifen für die Bewältigung des Verkehrs ausreichend sein soll, im Bereich zwischen dem Knoten Schlösslistrasse bis Knoten Weichle jedoch zum Teil drei bis vier Spuren pro Richtung erstellt werden müssen. Im technischen Bericht wird von einer Projektierungsgeschwindigkeit von 50 km/h ausgegangen, eine Variante mit 30 km/h wird nicht aufgezeigt. Die Verkehrskapazität soll massiv gesteigert werden um ca 61 % von heute 17200 Fahrzeugen auf 27700 Fahrzeugen (ohne Projekt Bypass) oder auf 25600 Fahrzeuge (mit Projekt Bypass). Trotzdem handle es sich beim Strassenprojekt im lärmtechnischen Sinne um eine „unwesentliche Änderung einer bestehenden Anlage“, sodass keine weiteren lärmtechnischen oder lärmrechtlichen Massnahmen zu treffen seien. Weggelassen wurde das Thema Luftreinhaltung. Beim technischen Bericht ist ein neuer Deckbelag erwähnt, ein allgemeiner Belag, der bezüglich Lärm nur ein klein wenig besser ist als der alte, den das vif verwendet hat – anstelle eines Flüsterbelags.
  • Überdachung Zentrum Ebikon (Huwiler), siehe https://ebikon-lebt.ch/ Dessen ursprüngliche Idee wurde inzwischen angepasst: eine Überbauung der Überdachung ist vorerst nicht vorgesehen, was sich natürlich auch auf die Finanzierung auswirkt („Mehrwertausgleich“, Wirtschaftlichkeit geringer aufgrund deutlich weniger Erdgeschossen in der Flaniermeile). Die Tunnelmasse mussten angepasst werden auf eine Länge von 250 m, eine Höhe von 6,5 m (OK Fahrbahn bis OK Tunneldecke) und Breite von 21 m. Die ursprünglich im Tunnel vorgesehenen Bushaltestellen werden ausserhalb vor das Tunnelportal vorgesehen mit einer Länge von 30 m für Doppelgelenkbusse.

Hier habe ich einige kritische Bemerkungen zur geplanten Überdachung:

Hier einige Infos zum Thema Lärm: http://www.laerm.ch/de/laerm-und-ruhe/leiser-mobil-sein/gaengige-irrtuemer/gaengige-irrtuemer.html Vielleicht wären im Bereich der Tunnelportale sogar Lärmschutzwände notwendig?

Auf dem Tunneldach würde eine Fläche von 21 x 250 m = 5250 qm entstehen, etwa so gross wie ein Fussbaldfeld im Gebiet Risch. Was wollte man damit anfangen?

Hier die zusammenfassende Stellungnahme der Kommission für Ortsentwicklung, die ich gut nachvollziehen kann und die zu einem klaren NEIN zur Überdachung führt:

Die Kommission für Ortsentwicklung stellt fest:

Die ortsbauliche Integration der Überdachung wird insgesamt als problematisch beurteilt und führt eher zu einer Trennung denn zu einer Integration der Ortsteile. Die diagonal zur Kantonsstrasse ausgerichteten Tunnelportale wirken blickversperrend und trennend und erinnern im Kontext des Rontals eher an Autobahnzufahrten als an eine Flaniermeile im Dorfzentrum. Das ortsbauliche Potenzial liegt nicht in der vorgesehenen Flaniermeile, sondern eher im grosszügigen Aussenraum, welcher auf der Überdachung entstehen würde. Ob dieser Aussenraum angesichts der landschaftlich attraktiven Räume entlang der Ron oder südöstlich des Wydenhofs gefragt wären, ist aus Sicht der Fachkommission Ortsentwicklung aber fraglich. Der Raumgewinn zur Schaffung einer attraktiven Begegnungszone ist aus der Sicht der Fachkommission zu klein. Der lichte Raum der Flanierzone würde von Fassade zu Fassade nur 12 m betragen, die Besonnung wäre ungenügend. Die Aufenthaltsqualität würde durch die Befahrbarkeit mit dem MIV sowie die Kurzzeitparkierung zudem noch weiter geschmälert. Für eine attraktive landschaftliche Verbindung zum neu entstehenden Aussenraum auf der Überdachung fehle zudem der Platz.

Das Projekt wird aus denkmalpflegerischer Sicht als sehr heikel betrachtet, insbesondere in Bezug zur Kirche und zum Gebäude Dorfstrasse 2. Der Gebäudesockel der betreffenden Objekte würde unter der Oberkante der Überdeckung liegen.

Die Neubauten entlang der neu entstehenden Überdachungsmauer und auf der Überdachung führen zu einer Unterbindung des landschaftlich grosszügigen Raums im Zentrum von Ebikon. Zudem wird die Wirtschaftlichkeit der räumlich sehr knappen Erdgeschosse auf dem Niveau der Flaniermeile in Frage gestellt.

Die vorgesehene Überdachung bietet wenig Spielraum für unvorhersehbare Entwicklungen, welche beispielsweise durch neue Mobilitätsformen entstehen können. Die fixe Überdachung des Strassenraums lässt sich kaum auf künftige Bedürfnisse adaptieren.

Die Fachkommission Ortsentwicklung steht dem Projekt einer Überdachung der K 17 im Zentrum sehr kritisch entgegen. Das Projekt würde die bestehenden Probleme nur bedingt lösen und zusätzliche neue erzeugen. Insbesondere würden weder die Verkehrssituation als Ganzes noch die Integration des Dorfzentrums zu einer Begegnungszone mit Ausstrahlung verbessert. Die Kommission anerkennt aber, dass das Projekt als Kritik an der bestehenden Situation und an der projektierten Lösung des Kantons dient. Sie schlägt vor, statt dem Tunnel eine Variante für eine Strassenraumaufwertung für das gesamte Zentrum von Ebikon weiterzuverfolgen. Diese soll die Idee des Masterplans aufzeigen und den Strassenraum von der Hangkante des Moränenhügels bis zur gegenüberliegenden Fassadenflucht als baumbestandenen Aussenraum aufzeigen.

Fazit aus dem Vernehmlassungsbericht: