Wessen Stimme zählt?

Auch in Buchrain fehlt ein attraktives und lebendiges Dorfzentrum. Die Zentrumsentwicklung in Buchrain soll in mehreren Etappen realisiert werden. Der Weg dorthin ist vorbildlich und bezieht die Bevölkerung von Anfang an aktiv in den Prozess mit ein, auch mit einer Bevölkerungsbefragung. Dazu gehören auch ein Architekturwettbewerb mit konkreten Vorschlägen für Gebäude und Gestaltung, eine Volksabstimmung und ein bekannter Zeitplan – alles sehr gut dargestellt auf /https://www.generationenprojektbuchrain.ch/

Und bei uns in Ebikon?

2015 hat der Gemeinderat einen Masterplan verabschiedet. Im Mai 2016 stellt Architekt Huwiler eine private Studie vor. Seine Idee reicht im März 2018 Initiativkomitee ein, zieht aber die Initiative im Oktober 2018 wieder zurück, weil der Gemeinderat eine entsprechende Machbarkeitsstudie einreicht. Diese stellt fest, dass die Überdachung technisch machbar sei, aber doch mit vielen Fragezeichen. Verschieden Fachstellen und Gremien werden um ihre Stellungnahme gebeten, daraus wird im Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht erstellt: Insgesamt wird das Vorhaben kritisch bis ablehnend beurteilt. Aufgrund des Gesamtfazits wird empfohlen, die Überdachung nicht weiter zu verfolgen – der Gemeinderat solle selbst die Initiative für die weitere Planung ergreifen.

Am 9.9.2020 startet der Gemeinderat eine öffentliche Mitwirkung. Ob damit die Podiumsdiskussion vom 13.10.2020 gemeint ist? Am Ende konnte jeder der angeblich ca 200 Teilnehmer (man wüsste die genaue Zahl, da jeder sich wegen Coronaschutzmassnahmen registrieren musste) sein Pro oder Kontra zum Projekt Überdachung mittels Stimmzettel abgeben. Obwohl die Gemeinde betont, dass dies keine repräsentative Abstimmung sei, verkündet sie «mit 51 % zu 49 % eine hauchdünne Mehrheit für die Kritiker. Tatsächlich waren es 89 NEIN und 85 JA, aber bei angenommenen 200 Teilnehmern auch 26 Ebikoner, die nicht abstimmten. Somit kommt man auf 44,5 % NEIN, 42,5 % JA und 13 % Enthaltung. Aber eben…nicht repräsentativ.

Warum geht man nicht vor wie in Buchrain? Das würde an dieser Stelle im Prozess bedeuten: Bevölkerungsbefragung. So hat man stattdessen viel Zeit und Geld in diese Podiumsdiskussion investiert. Ist man nun schlauer? Wie interpretiert man dieses «nichtrepräsentative Stimmungsbarometer»? Und die Bevölkerung: ist sie nun gut genug informiert über das Projekt Überdachung? Was hat sie von den anderen Varianten erfahren? Hat man überhaupt genügend Informationen erhalten, um Varianten vergleichen zu können? Für mich viele offene Fragen.

Hier die heutige Medienmitteilung der Gemeinde: https://www.ebikon.ch/verwaltung/aktuelles/news/rund-200-besucherinnen-und-besucher-am-podium-zur-ueberdachung-der-kantonsstrasse-im-zentrum-von-ebikon

Um was handelt es sich beim derzeitigen Vernehmlassungsprozess? Ich habe unterschiedliche Antworten erhalten: „Die Einladung zur politischen Vernehmlassung richtet sich vordergründig an die politischen Parteien in Ebikon“ – sagt Geschäftsführer Mathis, und so liest man es auch in der Medienmitteilung der Gemeinde. „Jeder Ebikoner ist aufgefordert, seine Meinung kund zu tun“ – sagte Gemeinderat Hans Peter Bienz in seinem Schlusswort nach der Podiumsdiskussion.

Nun denn, jeder kann und darf bis Ende November seine Meinung kundtun und die Antworten auf folgende Fragen an den Gemeinderat schicken:

Die Fragen sind:

1. Vor und Nachteile einer Überdachung.

2. Soll Idee Überdachung weiter verfolgt werden?

3. Wünsche und Bedürfnisse an ein Zentrum.