Wie geht Ebikon mit seinem öffentlichen Grün um?

Heute (9. Febr.), am ersten Fastnachtsferientag, ging es los auf dem Pausenplatz, der Allee am Feldmattschulhaus und einigen öffentlichen Grünflächen:

da wurde am Kindergarten eine Grasfläche abgetragen

da wurde rings um die vorhandenen Bäume mit Schaufel und Bagger die oberste Schicht abgekratzt mitsamt Anteilen der obersten Wurzelschicht

und auf einer ursprünglichen Grünfläche, nun infolge Bauarbeiten nur noch Kiesfläche, wurden bis am Abend drei grosse Berge eines schwarzen Materials abgelagert, gemäss einem Arbeiter vor Ort: Mergel

Mir schwant nichts Gutes! Am Freitagnachmittag (6. Febr.) wurde auf meine Nachfrage bei der Gemeinde, was mit der Kiesfläche geschehen soll, noch mitgeteilt, dass auf eine aktive Ansaat verzichtet werde, weil nach Beendigung der Bautätigkeiten die Provisorien via diesen Bereich abtransportiert würden. Wegen den eingeschränkten Pausenplätzen während der Bauphase werde die Schule die Ruderalfläche vorübergehend als zusätzliche Pausenfläche nutzen. Hm…über eine Grasfläche wäre ein Transport also nicht möglich?

Heute, am Montag, 9.2., konnte mir niemand in der Gemeinde Auskunft über das Vorhaben im Bereich Feldmattschulhaus geben, da ja alle Zuständigen in den Fastnachtsferien sind.

Inzwischen, am 13.02.2026, sieht die Situation so aus: Fotos jeweils vorher/während/nach dem Eingriff:

Dieses Vorgehen schädigt die Bäume: auch wenn laut Aussage eines Arbeiters vor Ort diese festgestampfte Mergelschicht wasserdurchlässig sei, schränkt sie doch die Möglichkeit für die Bäume stark ein, an Wasser zu gelangen. Der Wurzelbereich wurde stark komprimiert, durch den Bagger im oberen Wurzelbereich wurden die Bäume zusätzlich geschädigt.

Wir sollten in Ebikon viel sorgsamer mit unserem Grün und unseren Bäumen umgehen. Ein Vorbild dazu findet sich in Zürich

Daraus stammt der folgende Abschnitt:

  • die die Standfestigkeit des Baumes beeinträchtigen und/oder für den Baum lebenswichtige Wurzeln zerstören, z.B. durch Aushub von Gräben oder durch Abgrabung des Geländes im Wurzelbereich;
  • die die für den Baum lebenswichtigen Wurzeln (auch Feinwurzeln) schädigen, z.B. durch den flächigen und maschinellen Abtrag der obersten Vegetationsschicht, durch das Befahren des Wurzelbereichs mit schweren Maschinen, durch das Lagern von schweren Materialien unter der Baumkrone sowie deren Zu- und Abtransport.

Auch der „Friedensplatz“ (Sitzplatz mit Tischen und Bänken), der letzten Sommer Sieger wurde bei der Aktion 3-2-1 heiss! als der angenehmste und kühlste Ort im Rahmen der Messaktion, wurde bearbeitet. Messungen in kommenden Sommer werden dies Ergebnis sicher nicht mehr bestätigen können, angesichts des dunklen Bodens, der weggekratzen Vegetation, der fast vollständigen Versiegelung und des wenig ansprechenden Platzes:

Weshalb auch noch ein kleiner Grünstreifen entlang des Kindergartens entfernt und durch einen Mergelstreifen ersetzt werden musste?

Warum musste diese Brache bearbeitet werden: Erde abtragen und in Mulde abtransportieren, dann ebenfalls mit „Mergel“ auffüllen? So wird zwar nicht vollständig versiegelt, aber die Versiegelung gegenüber vorher doch verschlechtert (auf Bild klicken zum Vergrössern).

Auf der ehemaligen Ruderalfläche, die während der Bauzeit als Pausenfläche genutzt werden soll, wurden drei Betonbehälter mit kleineren Sträuchern/Bäumen aufgestellt. Der Boden wurde dabei durch die Baumaschinen stark verdichtet:

Wie man mit seinen Stadtbäumen sorgsam umgehen kann, das zeigt auch die Stadt Basel. Hier die Standards der Stadtgärtnerei Basel.

Und natürlich geht auch die Stadt Luzern pfleglich mit seinem Grün um.

Heute (16.02.2026) wurde ein Teil meiner Fragen nach dem Warum und Wie der Aktivitäten rund ums Feldmattschulhaus beantwortet: „Auf dem Friedensplatz musste das Material um die Bäume ersetzt werden. Die Erde war stark verdichtet und führte zu starken Verschmutzungen der umliegenden Beläge.“ Wer sich das Foto des Friedensplatzes ganz oben anschaut, kann das wohl schwer nachvollziehen, oder? Auf jeden Fall blieben alle weiteren Fragen zum verwendeten Material, zur Entfernung von bestehenden Rasen- und Naturflächen und der Beeinträchtigung der Bäume durch Verletzung von Wurzeln und starker Verdichtung (!) durch die eingesetzten Arbeitsfahrzeuge unbeantwortet. Das empfinde ich als sehr frustrierend. So ist die aktuelle Situation heute (zum Vergrössern Foto anklicken)